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Diskussion um die Wassertemperatur in biologischen Freibädern

Baden macht Spaß. Baden im vollbiologisch gereinigten Freibad macht noch mehr Spaß.
Beim Wunsch nach einer hohen Wassertemperatur im Becken zwingt der Verzicht auf Chlorung aber zu Einschränkungen: Wo die konventionellen Sportbäder mit Heizungen die Wassertemperatur teils stark erwärmen können, müssen die Naturschwimmbäder vorschriftsmäßig mit geringeren Temperaturen vorlieb nehmen.

Technisch wäre eine Temperatur-Erhöhung auch für Naturfreibäder oder Schwimmteiche gar kein Problem. Doch hier sind wir der Natur, sowie ökologischen und auch ökonomischen Gesetzen verpflichtet.

Schon durch die Bauart der Schwimmteiche, mit kinderfreundlichen flachen Ufern gestaltet, erwärmt sich das Wasser in den Uferbereichen schnell und lädt bei angenehmen Temperaturen zum Baden ein. Denselben Effekt erzielt auch die Solarstrecke, bei der das Badewasser über einen flachen Bachlauf vom Aufbereitungsbereich zurück in den Nutzungsbereich geführt wird. Technische Varianten stehen ebenfalls zur Verfügung: Über Solarenergie – ob in schwarzen PE-Rohren oder in Solarpanelen genutzt – lässt sich die Wassertemperatur mit wenig Energieaufwand und damit geringen Kosten erhöhen.

Die bisher ablehnende Haltung zu warmem Badewasser in Schwimmteichen ist – zumindest aus Sicht der Kritiker – leicht begründet: Je wärmer das Wasser ist, desto leichter vermehren sich pathogene Keime, desto größer sei also die Gefahr, sich beim Baden mit Krankheiten zu infizieren. Laut einhelliger Meinung unabhängiger Hygieniker geht in Schwimmteichen jedoch auch bei einer Wassertemperatur von 29 °C keine Gefahr für die Gesundheit aus.

Trotzdem lautet die Empfehlung des Umweltbundesamtes noch immer, die Wassertemperaturen in Schwimmteichen nicht über 23 °C ansteigen zu lassen. Diese Empfehlung erfolgte vor Jahren auf Grundlage einer Empfehlung der Schwimm- und Badebeckenwasserkommission (BWK), siehe auch Opens external link in new windowBekanntmachung im Bundesgesundheitsblatt 2-2014.

Die FLL hat sich dieser Meinung in den Richtlinien für öffentliche Schwimm- und Badeteiche nur bedingt angeschlossen.

Diese Vorschrift steht den Interessen von Betreibern und Badegästen entgegen, die mit erhöhter Wassertemperatur gerne die Badesaison verlängern würden.

Untersuchungen in verschiedenen öffentlichen Schwimmteichen haben gezeigt, dass in gut geplanten und gebauten Schwimmteichen trotz höherer Wassertemperaturen die vorgeschriebenen Grenzwert pathogener Keime nicht überschritten wurden.

Weitere Informationen enthält eine 3-jährige Studie, die Mitglieder demnächst bei der Deutschen Gesellschaft für naturnahe Badegewässer anfordern können.