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Öko- & Kostenbilanzen als Marketing- und Entscheidungsinstrument für die Schwimmteichbranche

Dr. Denise Ott1, Dirk Schmidt1, Tim Köhler2

1EurA AG Niederlassung Zella-Mehlis, Am Köhlersgehäu 60, 98544 Zella Mehlis
2Deutsche Gesellschaft für naturnahe Badegewässer e.V., Enterstrasse 23, 80999 München

Nachhaltigkeit nimmt einen immer größeren Stellenwert in unserem gesellschaftlichen, politischen und unternehmerischen Denken und Handeln ein. Der schonende Umgang mit natürlichen Ressourcen stellt dabei eine zentrale Herausforderung unserer und zukünftiger Generationen dar. Ein nachhaltiges Geschäftsmodell ist entscheidend für den künftigen Geschäftserfolg, und nicht zuletzt können sich Unternehmen durch besonders nachhaltiges Handeln einen Wettbewerbsvorteil verschaffen.

Die Methode der Ökobilanzierung (engl.: Life Cycle Assessment, LCA) kann einen wertvollen Beitrag liefern, um Produkte und Prozesse hinsichtlich ihrer Umweltauswirkungen zu bewerten und zu vergleichen, aber auch schon um im Rahmen der Planung ökologische Schwachstellen zu identifizieren und die Entscheidungsfindung hinsichtlich bspw. der Auswahl von Materialien und Prozessen zu unterstützen. Ökobilanzen folgen international anerkannten Standards (DIN EN ISO 14040/14044) und sind definiert als systematische Analyse der Umweltwirkungen von Produkten während des gesamten Lebensweges, from cradle to grave‚ also von der Rohstoffexploration, Produktion, Nutzungsphase, Wartung, Instandhaltung über Rückbau, Entsorgung und /oder Recycling.

Im Auftrag der Internationalen Organisation für naturnahe Badegewässer e.V. wurde am Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH eine erste ökobilanzielle Studie zur Herstellung und Nutzungsphase eines Naturpools im Vergleich zu einem konventionellen Swimmingpool durchgeführt. In weiteren Arbeiten gemeinsam mit der EurA AG ist es nun angedacht, ein Tool zu schaffen, welches, unter Berücksichtigung aller Lebenszyklusphasen ein ökologisches Screening bereits während der Entwicklung und Planung von Schwimmteichen und Naturpools erlaubt.

Dazu trafen sich DGfnB-Präsident Wendelin Jehle (Deutsche Gesellschaft für naturnahe Badegewässer e.V.) mit Thomas Kippels-Ohlhoff (Vizepräsident), Tim Köhler (Beisitzer Planer, Leiter AK Nachhaltigkeit, AK Verkehrssicherungs- & Aufsichtspflicht) und weiteren aktiven Mitgliedern aus den Bereichen Planung, Entwicklung, Verkauf und Bau mit Dr. Denise Ott (LCA-Expertin) und Dirk Schmidt (Niederlassungsleiter EurA AG) zu einem Workshop in Erfurt, um sich über das Werkzeug und den Nutzen von Ökobilanzen für den Verband auszutauschen.

Im Fokus stand folgende Fragestellung: Welche konkreten Erwartungen hat der Nutzer von der an eine Schwimm- & Badeanlage; egal ob als Naturpool, Schwimmteich oder Swimmingpool? Was macht für jeden von uns ein perfektes Badeerlebnis aus? Ist es der Wunsch, nach der Arbeit eine schnelle Abkühlung im Garten zu finden, die Fitness und Gesundheit zu fördern oder will man einen aktiven Beitrag zum Naturschutz leisten, den die Kinder aktiv erleben können?

Ausgehend von dieser Fragestellung sollen in der weiteren Zusammenarbeit Kriterien definiert werden, die dem Kunden die Wahl der für ihn richtigen Anlage erleichtern sollen. Der Branche sollen diese Kriterien nach internationalen Standards als Entscheidungshilfe für die Entwicklung, den Verkauf und die Betreuung bis in den Betrieb hinein dienen. Neben ökonomischen Kennzahlen werden ökologische Bewertungsmethoden in dieser Bewertungsmatrix eine tragende Rolle spielen, um künftig die Auswirkungen bspw. zum nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen, aber auch zur Artenvielfalt oder menschlichen Gesundheit wissenschaftlich präzise quantifizieren zu können.

Dies geht nur über eine entwicklungsbegleitende LCA (Ökobilanz) mit der den Fachbetrieben und den Verbrauchern der Umwelteinfluss und die Kosten von der Wiege bis zur Bahre dargestellt werden können. Langfristig wird es möglich sein, die Nachhaltigkeit von Systemkomponenten und -kombinationen im Gesamtsystem von Badeanlagen darzustellen. Denkbar ist dann ein Planungs- und Beratungs-Softwaretool, das ad hoc die Nachhaltigkeit sowie die Lebenszykluskosten verschiedener Varianten ausgibt.

 

Bild 1: Tim Köhler (DGfnB e.V.) und Dr. Denise Ott (EurA AG) im Brainstorming mit den Teilnehmern.
 

Bild 2: Diskussion unter den Teilnehmern. Von links nach rechts: Dirk Schmidt (EurA AG), Maximilian Colditz (OASE GmbH), Andrea Münnich (Woelk GmbH), Thomas Kippels-Ohlhoff (DGfnB e.V.), Wendelin Jehle (DGfnB e.V.), Denise Ott (EurA AG)