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Belebtes für den Schwimmteich - Wasserpflanzen

Noch immer gelten Schwimm-, Unterwasser- und Sumpfpflanzen als Kennzeichen für die biologische Reinigung in Schwimmteichen. Sie dominieren das äußere Erscheinungsbild des Schwimmteiches, denn sie zeigen Farbe und Form durch vielfältige Blatt-, Blüten- und Fruchtvarianten. Gerade durch die Verwendung von Sumpf- und Wasserpflanzen sind Schwimmteiche, auch die modernen Formen, vom klassischen Pool zu unterscheiden. Die richtige Verwendung führt nicht nur zu gestalterischem Erfolg, sondern hat auch Einfluss auf die Wasserqualität.

Wasserpflanzen (Hygrophyten) besitzen oft weiche, zarte und leicht brechende Stengel und große Blattspreiten. Dadurch erreichen sie eine optimale Lichtausbeute, sind aber bei längeren Trockenperioden gefährdet. Sie bevorzugen sonnige Standorte, mit humosen Substraten und ständigen Wasserüberstau, obwohl sie auch gelegentliche Trockenheit tolerieren. Besonders mächtige Vertreter können der Froschlöffel (Alisma plantago-aquatica) und das Hechtkraut (Pontederia cordata) werden, sofern sie genügend Nährstoffe bekommen. Eine ganz andere Blütenfarbe, ein dunkles Rotviolett, bringt die Blumenbinse (Butomus umbellatus) an den Schwimmteich. Sie ist bei Imkern als gute Nektarquelle bekannt.

Unterwasserpflanzen (Hydrophyten) haben sich an das Leben unter Wasser durch verschiedenste Blattformen angepasst. So hat der Unterwasserhahnenfuß (Ranunculus aquatilis) fiederartige, weiche Blätter. Damit setzt er der Strömung kaum Widerstand entgegen und gleichzeitig bekommen seine Blätter eine große Oberfläche, um möglichst viel Sonnenlicht als Energiespender aufnehmen zu können. Die Unterwasserpflanzen leiden in trüben Gewässern, denn ohne Licht funktioniert die Photosynthese nicht. Unter einem hohen, dauerhaften Phytoplanktonbestand im Schwimmteich, sinkt der Bestand an Unterwasserpflanzen. Je konkurrenzkräftiger die Pflanzen jedoch sind, desto geringer fällt das Algenwachstum aus. Eine gute Fähigkeit, sich mit Nährstoffen zu versorgen ist dabei nur ein Aspekt der vielfältigen Mechanismen, die Mutter Natur sich einfallen ließ. Einige Pflanzen, dazu gehören z. B. die Laichkraut-Arten, haben Methoden entwickelt, sich der Licht- und Nährstoffkonkurrenz durch Algen zu widersetzen: Sie zeigen ein deutlich schnelleres Wachstum als andere Unterwasserpflanzen und bilden allelopathische Substanzen, die andere, um Lebensraum und Nährstoffe konkurrierende Pflanzen „ausbremsen“. Pflanzen, die diese Wirkstoffe produzieren, sind das Ährigen Tausendblatt (Myriophyllum spicatum) und das Hornkraut (Ceratophyllum demersum). 

Quellen:
king1sebastian.piranho.de/Lexikon1/lexikon1A.html
de.wikipedia.org/wiki/Gew%C3%B6hnlicher_Froschl%C3%B6ffel
www.uni-konstanz.de/limnologie/ags/gross/



Grundlagen für gesundes Pflanzenwachstum im Schwimmteich

Viele unserer heimischen Sumpf- und Wasserpflanzen stammt aus nährstoffreichen und artenreichen Gewässern. Durch eine reiche und aktive Mikroorganismenwelt kommt es zu einem ständigen Wechsel zwischen Bildung und Abbau von Biomasse. Der dabei entstehende Mulm dient den Sumpf- und Wasserpflanzen einerseits als Wurzelgrund und andererseits als Nährstoffspeicher.

In Schwimmteichen findet man diese Mulmschicht in der Regel nicht. Sie wird im Zuge der jährlichen Pflege abgesaugt. Dadurch fehlen den Pflanzen aber die notwendigen Nährstoffe, die über Blätter, Stengel und Wurzel aufgenommen werden können.

Durch grobes, hydraulisch durchlässige Substrat zwingt der Schwimmteichbauer die Pflanzen dazu in grobem Substrat zu wachsen. Gebrochenes Material ist dabei noch schlechter als rundkörniges Substrat. Sie reagieren darauf mit schlechtem Wachstum und geringer Standfestigkeit. Besonders Unterwasserpflanzen wie der Wasserhahnenfuß (Ranunculus aquatilis), die Gemeine Sumpfsimse (Eleocharis palustris) oder das Hornkraut (Ceratophyllum demersum) bevorzugen feinkörnige Pflanzsubstrate.

Eine besondere Rolle spielt der Kohlenstoff im Nährstoffhaushalt der Pflanzen. Sie benötigen ihn für die Photosynthese und haben mehrere Möglichkeiten, ihn aus ihrer Umgebung zu beziehen: in Form von Kohlendioxid (CO2), Kohlensäure (H2CO3) und Hydrogencarbonat (HCO3-). Je nach Art der bevorzugten oder genutzten Kohlenstoffquelle werden die Pflanzen in unterschiedliche Klassen eingeteilt. Der Scenedesmus-Typ bedient sich überwiegend der HCO3- als Kohlenstoffquelle, wobei er in Notzeiten auch auf CO2 ausweichen kann. Als Folge steigt der pH-Wert und es fällt Kalk aus. Der Elodea-Typ, benannt nach der Wasserpest (Elodea canadensis), nutzt CO2 und HCO3- als Kohlenstoffquelle mit der Folge, dass sich ein grauer, krustiger Belag auf den Blättern bildet. Zu dieser Gruppe gehören z. B. das Tausendblatt (Myriophyllum spicatum), das Hornkraut (Ceratophyllum demersum) und die Laichkräuter-Arten (Potamogeton sp).

Die Vertreter der dritten Gruppe, die nach den Quellmoosen der Gattung Fontinalis benannt wurden, nutzen bevorzugt CO2. Zu ihnen gehören der Wasserstern (Callitriche palustris) und die Wasserfeder (Hottonia palustris).

Kohlenstoff kann also zum begrenzenden Wachstumsfaktor werden. Deshalb ist es notwendig, sich zur richtigen Auswahl der Pflanzen über die chemischen Vorgänge im Schwimmteich Klarheit zu verschaffen. Dazu gehört u.a. das Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht, das die Vorgänge um den Kohlenstoff im Wasser beschreibt.

Pflanzen entziehen dem Wasser Nährstoffe. Doch in wie weit beeinflussen sie das Algenwachstum? Leicht ist diese Frage nicht zu beantworten, denn es gibt gerade unter den Algen sehr anpassungsfähige Arten, die auch mit geringen Nährstoffgehalten und klarem Wasser sehr gut zurecht kommen. Je weniger Nährstoffe vorhanden sind, desto mühsamer wachsen jedoch die Wasserpflanzen, sie leiden am geringen Nährstoffgehalt in Schwimm- und Badeteichen. Aber sie unterstützen durch die Wühlarbeit der Rhizome und den Eintrag von Sauerstoff in den Bodenfilter die Arbeit von Mikroorganismen und damit die Wirkungsweise des Aufbereitungsbereiches.

Auch beim Schwimmteichbau ist eine zunehmende Technisierung klar erkennbar. Noch immer definiert sich der Schwimmteich besonders durch die Verwendung von Pflanzen als Abgrenzung zum Pool. Doch Schwimmteichpools sind auf dem Vormarsch, haben  mittlerweile auch in den Regelwerken ihren Platz gefunden. Dort werden sie als Schwimmteichtypen 4 oder 5 definiert. Bei ihnen rückt die Pflanze immer mehr in den Hintergrund.

Wer sich intensiver mit der Herkunft von Sumpf- und Wasserpflanzen beschäftigt, dem fallen häufig die sonderbaren deutschen Namen auf. Wieso trägt zum Beispiel Filipendula ulmaria auf den deutschen Namen Mädesüß? Der Name liegt in der Blütendolde, die von unseren Urvätern als Süßungsmittel des Met verwendet wurde. Ein selten beachteter, aber wichtiger Punkt ist eine teilweise nicht unerhebliche Konzentration von Giftstoffen in den Blatt- oder Blütenteilen der Wasserpflanzen. Einige Gattungen wie die Sumpfdotterblume (Caltha palustris), die Sumpfcalla (Calla palustris) oder die Sumpfwolfsmilch (Euphorbia palustris) bilden Früchte aus oder entwickeln Säfte, die Allergien oder beim Verzehr Vergiftungserscheinungen hervorrufen können. Die Verwendung solcher, mehr oder minder giftiger Pflanzen, ist mit Sorgfalt zu planen, besonders wenn Kinder im und am Schwimmteich spielen.

Quellen:
king1sebastian.piranho.de/Lexikon1/lexikon1A.html
de.wikipedia.org/wiki/Photosynthese
king1sebastian.piranho.de/Lexikon1/lexikon1A.html
de.wikipedia.org/wiki/Sumpf-Wolfsmilch
king1sebastian.piranho.de/Lexikon1/lexikon1B.html
king1sebastian.piranho.de/Lexikon1/lexikon1B.html
de.wikipedia.org/wiki/Callitriche_palustris

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