Schwimmteich contra Pool?

Der klassische Swimmingpool erfordert einen besonderen Pflegeaufwand und reichlich Energie zum Betrieb von Pumpen und Filteranlagen. Frühe Pools wirkten mehr als andere Bauwerke künstlich im Garten. Das hat sich geändert, denn die heutigen Bauweisen lassen auch natürliche Bauweisen zu. Abschreckend wirkt für viele Bauherrn aber die Beimischung chemischer Produkte zur Reinhaltung des Wassers, die zwar für eine hervorragende Hygienisierung des Badewassers sorgt, aber auch jedes Leben im Wasser abtötet.

Schwimmteiche dagegen sind nachhaltig: hat man einmal kein Interesse mehr am Badevergnügen, ziert er als Teich jeden Garten. Sie sind ganzjährig nutzbar und bieten Lebensraum für bedrohte Amphibien und jede Art von feuchtigkeitsliebender Flora und Fauna. Grund genug also, über einen Schwimmteich nachzudenken. Allerdings geht es auch bei einem Schwimmteich nicht ohne Pflege, sonst verkommt das naturnahe Badevergnügen schnell zum modrigen Tümpel. Wer sich für einen Schwimmteich entscheidet, der wählt den Weg mit der Natur. Das bedeutet, dass gelegentliche Trübungen und Algen im Teich durchaus vorkommen können und man sich mit Molch, Frosch und Wasserläufer das Badewasser teilt.

Selbstbau oder Hilfe vom Fachmann?

Grundsätzlich sollte man sich als Bauherr klar darüber werden, ob man den Selbstversuch wagt oder sich die Arbeiten komplett von einem Unternehmer anbieten lässt. Die Wertung der jeweiligen Vorteile muss der Bauherr selbst entscheiden: spart man beim Selbstbau vermeintlich Geld, nimmt der Unternehmer einem die oft mühsame Handarbeit ab und steht mit seinem Fachwissen und seiner Erfahrung für die Funktionstüchtigkeit der Anlage in der Verantwortung. Funktioniert der Schwimmteich später nicht, kann der Selbstbauer nur auf sich selbst schimpfen. Sanierungen durch ein Fachunternehmen werden oft teurer als ein Neubau. Ob eine Mischung aus Eigenleistung und Fremdleistung möglich ist, kann ein Gespräch mit dem Fachunternehmen klären. Die Mitglieder der DGfnB (Deutsche Gesellschaft für naturnahe Badegewässer) haben sich einem hohen Maß an Professionalität verschrieben. Sie sind die richtigen Ansprechpartner, wenn es um den Bau von Schwimmteichen geht.  Gemeinsam mit den fachlich versierten Landschaftsplanern in der DGfnB, die sich auf den Bau von Schwimmteichen spezialisierte haben, helfen bei Konzept und Bauleitung von Beginn bis zum ersten Anbaden.

Klein oder Groß - Welche Maße hat ein Schwimmteich?

Seit dem Einsatz von Technik und dem immer größer werdenden Wissen um die Vorgänge im Schwimmteich gibt es keine festen Regeln mehr für die Größe eines Badeteiches.

Die Größenverhältnisse reichen von kleinen Saunabecken mit rund 20 qm Wasseroberfläche bis hin zu privaten Badeseen mit rund 1500 qm Wasseroberfläche. Bei der Planung eines Schwimmteiches geht man in der Regel davon aus, dass je nach System die die Größe der Aufbereitungszone etwa ein Drittel bis die Hälfte der Gesamtfläche des Schwimmteiches entsprechen soll. Kleiner als 60 qm sollte ein Schwimmteich, der seinen Namen einigermaßen zu Recht tragen möchte, aber nicht sein. Denn unter 30 qm Fläche ist richtiges Schwimmen kaum möglich.

Manche Schwimmteiche baut man mit räumlich getrennten Nutzungs- und Aufbereitungszonen, die klassische Bauweise ist jedoch die Einkammerbauweise: Schwimm- und Reinigungszone befinden sich in einem Becken. Bei der Zweikammerbauweise können die beiden Zonen an ganz verschiedenen Punkten im Garten verteilt sein. Doch zur Wasserbewegung wird dann immer ein gewisses Maß an Technik erforderlich, die bei sehr naturnahen Bauweisen im Einkammersystem manchmal sogar entfällt.


Dazu mehr auch im Artikel: Mauern im Schwimmteichbau

Technik ja bitte - aber welche?

Ohne Pumpen sprudelt keine Fontäne, fließt kein Bachlauf und saugt kein Skimmer. Sie begegnen uns daher auch in Schwimmteichen regelmäßig. Der Einsatz von Skimmern, Überlaufrinnen, Pumpen und Filtern erleichtert die Reinigung des Schwimmteiches und machen das Produkt Schwimmteich für ein breites Publikum attraktiv. Mit Technik werden Schwimmteiche immer kleiner und passen sich damit den schrumpfenden Grundstücksgrößen an. Die ständig verbesserte Wasserqualität macht Schwimmteiche auch für poolwassergewöhnte Kunden interessanter. Wie viel Technik eingesetzt wird, hängt letztendlich von den persönlichen Ansprüchen des Besitzers ab. Je mehr Technik, desto mehr Einfluss übt man auf die Wasserqualität aus. In gleichem Maße steigt natürlich auch der Wartungs- und Energieaufwand.

Die Laufzeit der Pumpen variiert je nach System und persönlichen Vorstellungen von wenigen Stunden am Tag bis zu einem 24-stündigen Dauerlauf.  Pumpen dienen in erster Linie der Wasserbewegung, sei es mit einem Skimmer, einer Einströmdüse oder einem Bachlauf. Sie sorgen dafür, dass abgebadetes Wasser den Filterkörper in der richtigen Geschwindigkeit und Zeit durchströmt. Dort werden die Nährstoffe, Keime und Trübstoffe angelagert, umgewandelt und von Mikroorganismen verwertet. Wie stark eine Pumpe sein muss, wie stark die erforderliche Förderleistung sein darf, richtet sich nach der Schwimmteichgröße und den angeschlossenen Systemkomponenten z. B. Skimmern, Düsen etc.. Montiert werden Pumpen mit einer Spannung von 220 V außerhalb des Teiches in einem Pumpenschacht, Pumpenhäuschen oder dem Keller des Wohnhauses. Achtung: Der Elektro-Anschluss sollte dem Elektrohandwerk überlassen bleiben und bei der Installation in der Nähe von Sitzflächen darf eine eventuelle Geräuschentwicklung nicht außer Acht gelassen werden.

Eine sinnvolle Investition für Schwimmteich sind Skimmer. Sie reinigen, in Hauptwindrichtung angelegt, das Oberflächenwasser von Schwebstoffen wie Laub und Staub und reduzieren so den Eintrag von Nährstoffen und den Pflegeaufwand

Innenleben eines Schwimmteiches

Bei kleineren Schwimmteichen ist die Trennung der beiden Bereiche deutlich zu erkennen. Sie sind der Garant für ungestörtes Schwimmen, denn sie halten  Wasserpflanzen auf Abstand. Trennwände aus Holz, Kunststoff oder Beton zur Trennung haben sich in der Praxis bestens bewährt.  In der Regel werden sie unter der Dichtungsbahn angeordnet, weshalb man sich deren Anordnung und Höhe schon in der Planungsphase überlegen sollte. Nach dem Einbau der Abdichtung ist eine Änderung dann nur mit großem Aufwand möglich. Die Aufschichtung mit Kiesel gefüllter Teichsäcke aus PP-Vlies zur Trennwand ermöglicht eine relativ freie Gestaltung der Schwimmzone, da die Abtrennung erst nach Verlegung der Abdichtung erfolgt. Die einfachste Trennung kann durch die Modellierung des gewachsenen Bodens erfolgen. Dazu muss er standfest genug sein und das Platzangebot groß genug, denn selten wird ein steileres Böschungsverhältnis als 1:3 möglich sein.

Lässt man jegliche Abtrennung zwischen weg, wachsen die Wasserpflanzen mit der Zeit immer weiter in die Schwimmzone hinein und trüben den Schwimmspaß letztendlich stark.

Die Auswahl an Abdichtungen ist aus technischen Gründen zwar nicht eingeschränkt, die Praxis hat aber gezeigt, dass sich einzelne Abdichtungsarten als besonders geeignet herausgestellt haben. Kunststoffdichtungsbahnen sind das Mittel der Wahl bei der Abdichtung von Schwimmteichen. Als Material bieten sich PVC-, PE oder FPO-Dichtungen an, meist in einer Stärke von 1,5 mm –2 mm ohne Gewebeeinlage oder 1,5 mm mit Gewebeeinlage. Dünner sollte die Abdichtung nicht sein, sie wird sonst unter der starken Belastung im Schwimmteich leiden. Der häufigste Farbe ist ein Grünton, aber auch beige Folien finden Anhänger. Abdichtungen aus Ton sind, ebenso wie Abdichtungen aus GFK (glasfaserverstärker Kunststoff) seltener. GFK- Dichtungen sind äußerst robust und in fast jeder Farbe einfärbbar, Tondichtungen entsprechen dem Gedanken der naturnahen Bauweise von Schwimmteichen. Letztendlich entscheiden sicherlich der Preis und wie immer das ästhetische Empfinden der Bauherrn.

Substrate und Bepflanzung

Die Erfahrungen mit den Pflanzenkläranlagen haben es gezeigt: nichts ist wichtiger als der richtige Bodenkörper, das richtige Substrat zur Wasserreinigung. Die Wirkungsmechanismen der Substrate zur Reinigung des Badewassers gehen auf ein außerordentlich komplexes System von Pflanze, Boden und Wasser zurück. Die Auswahl eines optimalen Substrates setzt große Kenntnis in den Bereichen Bodenkunde, Hydraulik und Limnologie voraus.

Der Aufbau des Bodenkörpers in der Aufbereitungszone ist daher, neben den technischen Reinigungseinrichtungen, entscheidend für sauberes Schwimmteichwassers. Die Empfehlungen gehen von vor Ort erhältlichen Kiesel- und Sandfraktionen bis zu importieren Spezialtonsubstraten und Zeolithen. Letztere helfen den Nährstoffgehalt im Wasser zu senken und den anfänglichen Algenbewuchs im Zaum zu halten. Wichtig für die Abbau-, Umwandlungs- und Festlegungsmechanismen ist die gute Sauerstoffversorgung des Bodenkörpers. Eine große Rolle spielt hierbei der  Bodendurchlässigkeitswert (kf-Wert), der beschreibt, wie schnell Wasser einen Bodenkörper durchfließen kann. Um die positiven Eigenschaften der Substrate sinnvoll zu nutzen, ist es wichtig Pumpenleistung und kf-Wert aufeinander abzustimmen. Denn das beste Substrat nützt nichts, wenn es nicht ausreichend durchströmt wird und nicht auf das System des Schwimmteiches angepasst ist.

Zeig mir Deine Ufer...

Die Grenzen eines Gewässers sind seine Ufer. Beim privaten Schwimmteich hat die Uferzone mehrere Aufgaben: als Strand ausgebildet ermöglicht sie ein sicheres Ein- und Aussteigen in den Schwimmteich, als Pflanzfläche ist sie für die wasserreinigenden Pflanzen und Lebensraum für viele Tiere. Technische Einrichtungen wie Stege, Leitern, Treppen und Sprungsteine sollen sicher und bequem vom Ufer aus erreichbar sein. Durch dichte Bepflanzung, steile Ufer, grobe und ggf. spitze Kiesel (fußfeindlich), hält man Besucher aus der sensiblen Aufbereitungszone fern. Ansonsten gelten hier dieselben Regeln zur Uferrandgestaltung wie bei allen Gartenteichen. Dazu zählt im Besonderen die Kontrolle der Kapillarsperre. Sie sorgt dafür, dass weder von innen nach außen Wasser den Teich unkontrolliert verlassen kann, noch dass ungewollt nährstoffbelastetes Wasser von angrenzenden Rasen- oder Beetflächen in den Teich gelangt.