Mit dem Schwimmteich fit ins Frühjahr
„Bei Euch im Garten ist das ja wie im Urlaub“ sagen Freunde nach einem erholsamen Sonntagnachmittag am heimischen Schwimmteich. Recht haben sie! Und dafür muss man nicht mal ein Flugzeug oder ein Auto besteigen. Nur zur rechten Zeit mal einen Schlammsauger, Kescher und eine Schere in die Hand nehmen. Dafür ist das Frühjahr vor dem Start in die Schwimmteichsaison wie geschaffen.
Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um einen naturnahen Schwimmteich ohne Technik oder einen Naturpool mit biologischer Wasseraufbereitung handelt. Sinnvoll ist ein aufmerksamer Inspektionsgang rund um den Schwimmteich nach der Winterpause auf jeden Fall. Mit Sicherheit haben trotz sorgsam aufgestelltem Laubnetz einige Blätter den Weg in den Schwimmbereich gefunden und zerfallen nach der Winterpause auf dem Beckenboden oder im Aufbereitungsbereich zu Mulm. So sorgen sie beim Schwimmen für die ungeliebten Wassertrübungen bei oder im schlimmsten Falle sogar Algenwachstum. Sie müssen vor dem Anbaden raus aus dem Teich. Teleskopstange mit Laub- oder Bodenkescher sind dafür geeignete Hilfsmittel, allerdings nur bei kleineren bis mittelgroßen Schwimmteichen. Große Anlagen lassen sich so nur mühsam reinigen. Die Kescherarten unterscheiden sich übrigens durch die Form ihrer Netze: Der Bodenkescher hat ein tiefes Netz, mit dem sich auch größere Mengen abgelagerten Materials aus dem Becken fischen lassen. Mit dem Laubkescher dagegen werden vorwiegend kleiner Mengen an Laub oder Fadenalgen von der Wasseroberfläche entfernt. Fadenalgen bilden sich zu dieser Jahreszeit gerne wieder und kaum ein Schwimmteich bleibt davon verschont. Je nach Algenart und Gewässerzustand sind die Fäden der Algen sehr fein und lassen sie sich nicht als Strang aus dem Wasser ziehen. Hier hilft ein Kescher ganz wunderbar und preiswert.
Mulm liegt jetzt im Frühjahr als mehr oder minder dicker, dunkelbrauner Belag auf dem Beckengrund oder den Wänden. Bei jedem Tritt oder Schwimmstoß wird er aufgewirbelt. Das ist der optimale Zeitpunkt für den Einsatz von Schlammsaugern. Die praktischen Geräte mit dem passenden Zubehör säubern den Beckengrund und die Aufbereitungszone zwischen den Pflanzen von hohen Mulmbelägen. Die Beläge der zuvor mit einem scharfen Bürstenstrich gereinigten Beckenränder sinken schnell auf den Beckenboden und lassen sich nun mit einer geeigneten Düse mit dem Sauger zu beseitigen.
Das Reinigen des abgesaugten Wassers mittels Filtern, Matten und Filterbecken um eine Wassernachspeisung zu umgehen ist ein umstrittener Punkt in der Reinigungsdiskussion. Versuche im an der Hochschule im schweizerischen Wädenswil zeigten jedoch, dass diese Maßnahme gründlich überlegt sein sollte. Finanzielle Gründe können bei den momentanen Wasserpreisen nicht der Grund für eine Rückführung sein. Allein bei öffentlichen Anlagen mag eine Überlegung wert sein, sich über die finanziellen Auswirkungen Gedanken zu machen. Doch es gibt Bedenken gegen eine Rückführung des abgesaugten Wassers. Aus der Mulmschicht in den anaeroben Zonen am Beckenboden, lösen sich phosphathaltige Verbindungen. Das im Wasser gelöste Phosphor bleibt im Gegensatz zum feinen Mulm aber nicht in feinem Filterpapier oder Sieben hängen, sondern fließt ungestört wieder in den Schwimmteich zurück. Und dort freuen sich die Algen auf den wichtigen Nährstoff.
Häufig vergessen aber trotzdem wichtig: Zur Reinigung des Schwimmteiches gehören auch das Säubern der Terrasse und die Kontrolle der Steganlagen. Bitte vom Schwimmteich weg arbeiten, denn nach dem Abstrahlen mit dem Hochdruckreiniger darf das verschmutzte Wasser nicht in den Schwimmteich fließen. Achten Sie auch gleich auf Beschädigungen an Holzbelägen durch Frost. Vielleicht haben sich Schrauben nach oben gearbeitet, das Holz hat sich geworfen oder es sind sogar Fundamente gelockert. Ein kritischer Blick und eine kräftiges Rütteln gibt Aufschluss über die Stabilität der Stege und Brücken.
Noch mehr Informationen über Schwimmteichpflege finden Sie hier
Quelle: www.lawa.lu.ch/phosphor-word.pdf

