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Algen im Schwimmteich - oder geht es auch ohne?

Ob im Biotop, im Gartenteich oder im Schwimmteich: Algen scheinen das Schreckgespenst für alle Schwimmteichbesitzer und -bauer zu sein. Setzt man sich dagegen mit der Thematik Algen etwas näher auseinander, wird deutlich, dass diese Lebensform durchaus auch ihre Vorteile hat. So sind z. B. die Fadenalgen (Cladophora crispata) äußerst empfindlich gegenüber Veränderungen der Wasserqualität. Sie gelten somit als Zeigerpflanzen für die Wasserqualität. Doch was treibt die Menschen in Verzweiflung beim Anblick von Algenteppichen?

Durch das jahrzehntelange Baden in gechlorten Schwimmbädern geprägt, hat der zivilisierte Mensch eine natürliche Abscheu gegen trübes und grünes Wasser. In konventionellen Bädern wirkt man dem Algenwachstum und evtl. daraus resultierenden Trübungen mit Chlor und speziellen Filtermedien entgegen. Der Badegast erwartet glasklares, hygienisch unbedenkliches Wasser im Schwimmbad, und das bekommt er auch. Schizophren dagegen ist, dass sich genau derselbe Badegast beim Baden im Teich weder vor Algen, Seerosen oder sogar Fischen ekelt. Hygiene kommt hier an zweiter Stelle, das Naturerlebnis steht im Vordergrund. Dafür werden auch Algen und Wassertrübungen in Kauf genommen, ja sogar erwartet. Dieses Naturerlebnis wollen vollbiologisch gereinigte Schwimmteiche bieten. Doch hier lässt weder der Gesetzgeber noch der Badegast Algenwachstum zu, glasklares Wasser wird erwartet. Als Grund werden Hygiene- und Sicherheitsvorschriften angegeben. So werden z. B. Sichttiefen von 2 m gefordert, um Ertrinkende rechtzeitig sehen und retten zu können. 

Die hohe Reproduktionsrate der Algen verschafft ihnen einen Vorsprung vor den restlichen Wasserpflanzen und ihren Destruenten, z. B. den Daphnien. Sie sind nahezu konkurrenzlos, vermehren sich bei entsprechenden Rahmenbedingungen explosionsartig.

Natürliche Abhilfe der durch Algen entstandenen Sichttrübung in den Schwimmteichen schaffen Wasserflöhe (Daphnien). Auch sie sind im zeitigen Frühjahr noch nicht aktiv, ab Mitte Mai jedoch sind die meisten Algen den Daphnien zum Opfer gefallen, das Wasser wird wieder klar. Einige Unternehmen bieten aus diesem Grund Daphnien zur Impfung der Schwimmteiche zur Algenbekämpfung an. Abgesehen von den mehr oder weniger biologischen Mittel zur Algenverhütung bzw. -bekämpfung gibt es auch technische Varianten. Die Absaugung mittels speziellen Teichsaugern (Vorsicht: Teichroboter aus der Schwimmbadindustrie „verschlucken“ sich häufig im Schwimmteich), die Ozonierung bzw. UV-Bestrahlung des Badewassers (in Schwimmteichen unerwünscht bzw. nicht erlaubt) sowie die chemische Bekämpfung mittels Mikroorganismen, Fällungsmitteln oder ähnlichem. Doch all diese Methoden bekämpfen letztendlich nur das Symptom, nicht jedoch die Ursachen des Algenwachstums.

Fragt sich, ob es überhaupt möglich ist, einen algenfreien Schwimmteich anzubieten. Die bisherigen Erfahrungen lassen nur einen Schluss zu: funktioniert die vollbiologische Reinigung des Schwimmteiches, wird es im Frühjahr nahezu automatisch zu Algenwachstum kommen. Kleinere Plaggen an Fadenalgen sind jedoch leicht abzufischen und ein willkommener Anlass zu Kontrolle der technischen Einrichtungen des Schwimmteiches. Vielleicht sollte viel häufiger  eine Lanze für die Algen gebrochen werden, die als Anzeiger einer guten Wasserqualität, Nahrungsgrundlage für das tierische Leben im und außerhalb des Teiches dienen und zu einem funktionierenden Ökosystem Teich gehören.

Auch innerhalb der Deutschen Gesellschaft f. naturnahe Badegewässer e.V. wird um das Thema Algen kräftig diskutiert. Aus Gesprächen wird immer deutlicher, dass die ersten Betriebsjahre der Schwimmteiche meist problemlos auch ohne größere Mengen an Algenwachstum zu überstehen sind. Die Erfahrung zeigt, dass nach vier bis fünf Jahren Betriebsdauer das Algenwachstum zunimmt. Besonders deutlich ist das bei Anlagen, die nicht durch einen Wartungsvertrag von dem Fachunternehmer gepflegt werden. Die Mitglieder der DGfnB sind die Spezialisten für die Wartung und Reinigung von Schwimmteichen. Fragen Sie uns.

Literaturtipp: Schwoerl: Einführung in die Limnologie, Ulmer Verlag

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