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Zuerst ging der Bürgermeister baden

 

Einweihung des Freibades Neckargemünd mit Überraschungen - 40 000 Euro Scheck des Schwimmbadfördervereins Neckargemünd.

Damit überraschte Bürgermeister Horst Althoff alle: In Jackett, Hemd, Krawatte und Hose stand er oben auf der neuen Breitrutsche. Detlev Sy, der DLRG-Vorsitzender, kündigte an, was niemand so Recht glauben wollte. Mit einem ersten  gemeinsamen Rutsch von fünf Personen durch ein vor dem Wassereintritt aufgespanntes Transparent, das die Aufschrift Freibad 2008 trug, sollte die Einweihung des um- und neu gebauten Kombibades in Neckargemünd vollzogen werden. Gesagt getan. Allen voran durchtrennte Bürgermeister Althoff das Transparent und landete als erster im kühlen Nass des Nichtschwimmerbeckens, gefolgt von Martin Holschuh, Lothar Eisenhauer und Winfried Schimpf vom Schwimmbadförderverein sowie Mario Keil vom planenden Ingenieurbüro Möller und Meyer (Gothar).

Doch bevor Gaudi pur für alle angesagt war, bedachte man in Reden die Gründe für die umfassende Sanierung und die Entscheidung für ein Kombibad, das ein Kleinod eingebettet in die schöne Neckarlandschaft darstellt. 4,1 Mio. Euro  waren zu finanzieren bei einem 25prozentigen Zuschuss des Landes. Nach 35 Betriebsjahren sei eine Erneuerung des Bades unumgänglich gewesen, betonte Bürgermeister Althoff und für den Erhalt der attraktiven Freizeiteinrichtung, die nicht nur in Neckargemünd, sondern in der gesamten Region ihre Anhänger hat, hatten sich alle Fraktionen ausgesprochen. Es gab Stimmen für ein reines Naturbad, für das die geringeren Investitions- und Betriebskosten sprachen. Er, der zu den Skeptikern gehörte, habe sich überzeugen lassen, dass ein Naturbad etwas anderes als ein Badeteich mit Schilf, Frosch- und Fischbeständen sei. Ein Kompromiss mit den Befürwortern des reinen Naturbades, wurde im Kombibad gefunden. „Wir sind alle begeistert von den beiden sanierten Becken, “ betonte er.

An Attraktionen ist das Bad reicher geworden. Althof erwähnte das Engagement der Familie Stalinger, die in die Abona-Beach-Anlage auf der 4000 qm großen von der Stadt gepachteten Fläche, eine sechsstellige Summe investierte. Von Mannheim in die Karibik könne man nun in 20 Minuten mit der S-Bahn fahren. Ein Dank galt allen, die zur Gestaltung der Schwimmbadeinweihung beitrugen, den beiden Bademeistern Andreas Dittrich und Bert Hempel, die viele Ideen in die Maßnahme einbrachten und den Planern und Bau ausführenden Firmen sowie dem Mitarbeitern des Stadtbauamts Uwe Seiz und Stadtbaumeister Henning Saalbach. Den goldenen Schlüssel für das neue Terrassenfreibad überreichten Mario Keil und Stefan Woelk vom Ing. Möller und Meyer gemeinsam, die die planerische Verantwortung für das konventionelle Schwimmbecken trugen. Eine besondere Überraschung hatte Lothar Eisenhauer vom Schwimmbadförderverein parat. Er überreichte einen Scheck in Höhe von 40 000 Euro für die Breitrutsche, die damit zum größten Teil aus Spenden finanziert wurde. Rainer Grafinger, der Planer des Naturbades, dankte für das Vertrauen und den Schritt der Stadt sich für ein biologisches Freibad ohne den Einsatz von Chemikalien beim Schwimmerbecken entschieden zu haben. Pflanzen und Mikroorganismen reinigen das Wasser in Regenerationsflächen in einem steten Kreislauf und mit 25 Grad wies es bereits eine angenehme Badetemperatur auf.

Auch Anne Renziehausen-Philipps vom Verband der deutschen Gesellschaft für naturnahe Badewässer beglückwünschte die Stadt und hatte zur Einweihung einen Rettungsreif mit dem Verbandsnamen mitgebracht. Sie lud zu den Treffen der Naturbadbetreiber ein, in der man sich gegenseitig mit Kenntnissen und Erfahrungen unterstütze. Dass das Wasser des Naturbades fast Trinkwasserqualität habe, diesen Beweis blieben die ersten Breitrutschenbenutzer um Bürgermeister Althoff nicht schuldig, die sich noch im Nichtschwimmerbecken einen Sektglas mit Naturbad-Wasser kredenzen und offensichtlich schmecken ließen.

(Mit freundliche Genehmigung von Anne Haasemann-Dunka)

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