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Die Nr. 100 - Naturerlebnisbad Maria Einsiedel

An Attraktionen ist das münchner Freibad Maria Einsiedel reich: Durchzogen von einem Arm der Isar, mit reichem Baumbestand gesegnet und zurückblickend auf eine bewegte, mehr als 100-jährige Geschichte. Und trotzdem stand das auf der Liste der Objekte, von denen sich die Stadt München trennen wollte. Denn die letzte große Sanierung zur Olympiade 1972 war lange her und der aktuelle Erneuerungsbedarf war groß. Im Bäderkonzept 1992 der Stadt München stand das Bad noch auf der schwarzen Liste, es drohte die Schließung. Doch die Münchner, allen voran die Stadtwerke München (SWN), wollten das schönste Bad Münchens nicht einfach so aufgeben. Die Lösung: Sanierung statt Schließung durch den Umbau in ein Naturerlebnisbad. Eine eigens dafür in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie gab schlussendlich den Ausschlag. Ihr Ergebnis: ökonomisch und ökologisch sinnvoll. Startschuss für das Projekt war Ende September 2007.

Am 6.6.08 war es schließlich soweit. Nach kurzer Bauzeit und in einer feierlichen Zeremonie eröffneten Dr. Kurt Mühlhäuser und Christine Kugler (beide SWN) das Naturerlebnisbad „Maria Einsiedel“. Damit trugen die Stadt München und die SWN dem Wunsch vieler Münchner Bürger nach „chlorfreiem Baden“ Rechnung. Rund 3,3 Mio. Euro investierte die Stadt München in den Umbau, der den ursprünglichen Charakter des Bades soweit wie möglich erhalten hat.

Mit einer Wasseroberfläche von rund 2750 qm zählt es sicherlich nicht zu den größten in Deutschland. Aber die Lage und die Tatsache, dass es sich bei ihm um das 100. Naturbad Deutschlands handelt und es das erste Naturbad Münchens ist, machen es einzigartig. Sehr zur Freude der DGfnB, die es sich anlässlich der Eröffnung nicht nehmen ließ, durch Vorstandsmitglied Norbert Deppisch den obligatorischen Schwimmring zu überreichen.

Technisch hat sich einiges gegenüber dem konventionellen Bad einiges geändert. Statt der blauen unterstreicht nun eine grüne Abdichtung den naturnahen Charakter des Bades. Auch wenn die alte Form des Beckens unverändert blieb. Ein sechs Meter breiter Kanal verbindet nun das Nichtschwimmer- mit dem Schwimmerbecken. Der Spiel- und Erlebnisbereich für die ganz Kleinen wurde mit einem großen Holzdeck erweitert, von dem aus die Eltern ihren Nachwuchs gut im Blick haben. Nicht im Blick dagegen sind die FKK-Flächen für Damen und Familien, die bewusst abgeschieden angelegt wurden.

Die Wasserreinigung des vom Planungsbüro Grafinger (München) geplanten Naturerlebnisbades erfolgt in einem großen Aufbereitungsbereich sowie zwei Unterflursystemen, die sich unter der Liegewiese des Bades befinden. Die Wassertemperatur wird bewusst auf 22° C gehalten und die hygienische Unbedenklichkeit des Badewassers regelmäßig durch das Gesundheitsamt überwacht. Sollten Sie also einmal in München Urlaub machen: Das Naturerlebnisbad Maria Einsiedel ist auf jeden Fall einen Besuch wert.
 

Daten und Fakten:

Badeteich öffentliche Anlage

Baujahr 2008

Schwimmbereich 2.700 qm

Regenerationsbereich 1.600 qm

Ausgelegt auf Nennbelastung: 1.600 Badegäste

Spitzenbelastung: 7.000 Badegäste

 

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