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Deutsche Gesellschaft für naturnahe Badegewässer (DGfnB) zieht positive Jahresbilanz und startet mit neuem Vorstand ins Geschäftsjahr 2013

Berlin 4. März 2013, Mitgliederversammlung der DGfnB e.V.

 

Die Deutsche Gesellschaft für naturnahe Badegewässer (DGfnB) zieht positive Jahresbilanz und startet mit neuem Vorstand ins Geschäftsjahr 2013

Die Verabschiedung des Verbandspräsidenten Guido Manzke und die Neuwahlen des Vorstandes standen im Mittelpunkt der diesjährigen Mitgliederversammlung der DGfnB am 1. März in Berlin. Der Rückblick auf das Verbandsjahr 2012 erlaubte ein positives Fazit: Mit ihren Fortbildungsprogrammen, Forschungsprojekten, öffentlichen Auftritten und netzwerkfördernden Initiativen konnte die DGfnB die Qualitätsstandards bei Schwimmteichen und Naturpools weiter festigen und die naturnahen Badegewässer immer wieder in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit rücken.

 

Mit dem Präsidenten Guido Manzke verabschiedete sich am 1. März eine Persönlichkeit aus dem Vorstand der DGfnB, der die Gesellschaft seit ihrer Gründung im April 1999 entscheidend geprägt hatte. Nach achtjähriger ehrenamtlicher Vorstandsarbeit hatte Manzke im Jahr 2007 das Ehrenamt des Verbandspräsidenten übernommen und 6 Jahre mit großem Engagement geführt. „Mein Ziel war es immer, die Qualität der naturnahen Badegewässer durch entsprechende Richtlinien langfristig zu sichern. Heute sind die öffentlichen Naturbäder um ein Vielfaches betriebssicherer als zu Beginn, und die Wasserqualität ist einwandfrei. Hierzu hat auch die intensive Regelwerksarbeit, Fortbildung und Aufklärung der DGfnB beigetragen“, so Manzke.

 

Nachfolger von Guido Manzke wird nach seiner einstimmigen Wahl durch die Teilnehmer der Mitgliederversammlung nun Wendelin Jehle, Seniorchef des Münchener Unternehmens „Schleitzer baut Gärten“ und vormals Vizepräsident der DGfnB. Sein erster Amtsakt: Die Ernennung Guido Manzkes zum Ehrenmitglied der DGfnB und die Ehrung der Garten- und Landschaftsbauer Christian Klute und Norbert Deppisch für ihre langjährige Vorstandsarbeit. Neuer Vizepräsident der DGfnB ist Claus Schmitt von der Wasserwerkstatt Bamberg, als 2. Vizepräsidentin wurde Katharina Fick wiedergewählt, die im Vorstand für die Betreiber von Naturbädern zuständig ist. Andrea Münnich bleibt nach der Wahl Kassenwartin und Hardy Gutmann Schriftführer. Dr. Norbert Gäng übernimmt von Christian Kluthe das Amt des Pressewartes.

 

Ebenfalls zur Wahl stellten sich die fünf Beisitzer, die in der DGfnB jeweils  einem Arbeitskreis vorstehen. Daniela Glanzmann wird auch künftig den AK Betreiber verantworten, Franz Griebel bleibt zuständig für die Bibliothek und Dirc Walter für den AK Sachverständige. Neu im Vorstand sind Tim Köhler für den AK Planer und Thorsten Schwuchow für den AK Gala Bau. „Die DGfnB ist der deutsche Dachverband, in dem Landschaftsgärtner, Planer, Zulieferer, Sachverständige und Betreiber mit dem

gemeinsamen Ziel antreten, die Ideen und Vorteile naturnaher Badegewässer zu transportieren. Hierfür werde auch ich als Präsident stehen und alles dafür tun, die Verbandsarbeit und das Netzwerk bestmöglich zu fördern“, sagte Wendelin Jehle. Ab April soll eine neue Verbandshomepage noch mehr Service für Mitglieder und Außenstehende bieten. Neben zentralen Messe- und Kongressauftritten, zum Beispiel auf dem 7. Internationalen Schwimmteichkongress im Oktober in Bregenz, möchte Jehle außerdem das Thema Forschung und Ausbildung weiter voranbringen und durch die Gewinnung neuer Mitglieder die Lobby der DGfnB noch weiter verstärken.

 

Wie der Rückblick des Vorstandes zeigte, war das Jahr 2012 für die geplanten Aktivitäten ein viel versprechender  Wegbereiter. Für große Aufmerksamkeit sorgte zum Beispiel die 660 Quadratmeter große Sonderschaufläche der DGfnB auf der internationalen Fachmesse Interbad vom 9. bis zum 12. Oktober in Stuttgart. Dank der Unterstützung mehrerer Mitgliedsbetriebe konnte hier ein voll funktionstüchtiges Naturfreibad in Kleinformat erbaut werden, das auf der Messe zu einem Publikumsmagneten avancierte. Das rege genutzte Seminar- und Fortbildungsprogramm der DGfnB reichte in 2012 von einem Pflanzen- und einem Rohrleitungsseminar über eine gemeinsam mit der FLL durchgeführte Fachtagung in Essen bis hin zu den Erkenntnistagen Schwimmteich, die die Gesellschaft bereits zum zehnten Mal in Geisenheim durchführte. Darüber hinaus schlossen in 2012 zehn Landschaftsgärtner erfolgreich die von der DGfnB im Jahr 2006 initiierte Qualifizierung zum Schwimmteichbauer ab. Ein Zeichen dafür, dass sich diese Fortbildung zu einer festen und anerkannten Größe im Garten- und Landschaftsbau entwickelt hat.

Ebenfalls als Erfolgsmodell kann das Gütesiegel IQN (Index für die Qualität von Naturfreibädern) gewertet werden, das die DGfnB seit 2011 hauptverantwortlich vergibt. Dieser Tage wird bereits das 50. Siegel an ein Naturfreibad vergeben, dessen gewässerökologische und hygienische Werte während der vergangenen Saison von einem Hygieneinstitut überprüft und für einwandfrei befunden wurden.

Auch die Forschung und Wissenschaft kam im vergangenen Jahr bei der DGfnB nicht zu kurz. Besondere Erwähnung verdient in diesem Zusammenhang der Forschungsauftrag zur Analyse von Bodensubstraten, den die DGfnB im Sommer 2012 an den Diplom-Geologen Dr. Martin Uppmeier vergeben hatte. Der Grund: In Deutschland gibt es bis dato keine einheitliche Methodik zur Ermittlung und Bestimmung von Phosphor in Substraten für Schwimmteiche. Da der Anteil von Phosphor für die Qualität und Eignung von Substraten jedoch von entscheidender Bedeutung ist, lautet das Ziel des Forschungsauftrages: Mithilfe einheitlicher bodenkundlicher Extraktionsschritte zu einer allgemeingültigen Analytik des Phosphorgehaltes zu gelangen, die zuverlässig Aufschluss darüber gibt, ob ein Substrat für den Teichbau geeignet, bedingt geeignet oder ungeeignet ist. Auf der Mitgliederversammlung in Berlin stellte Dr. Uppmeier überzeugend die Zwischenergebnisse seiner Forschung dar und bat die Mitglieder darum, Substratproben für weitere Testreihen zur Verfügung zu stellen. Nach Ablauf des Forschungsauftrages möchte die DGfnB die Methodik als FLL-Richtlinie etablieren und sie somit der Fachwelt als einheitliches Bewertungs- und Analyseinstrument zur Verfügung stellen.

Abgerundet wurde die diesjährige Mitgliederversammlung der DGfnB durch den Vortrag von Dr. Norbert Gäng, Geschäftsführer des Unternehmens Balena. Gäng sprach über Biofilme und ihre Bedeutung für Schwimmteiche: „Als Zusammenschlüsse unterschiedlicher Organismen wie Bakterien, Algen, Pilze und Protozoen können Biofilme organische Substanzen abbauen und den Phosphorgehalt limitieren. Sie spielen daher in der Selbstreinigung von naturnahen Badegewässern eine entscheidende Rolle“, so Gäng. Im  weiteren Verlauf seines Vortrages erläuterte der Experte unter anderem das Verhalten von Biofilmen bei unterschiedlichen Wassertemperaturen und gab praktische Tipps zur gezielten Züchtung von Biofilmen in Filtern, dem Einfluss unterschiedlicher Baumaterialien und Holzarten auf die Entwicklung der Biofilme und zur richtigen Pflege von Schwimmteichen.

Am 21. Februar 2014 treffen die Mitglieder der DGfnB aus dem gesamten Bundesgebiet zu ihrer nächsten Mitgliederversammlung in München zusammen.