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Natürlicher Luxus für Camping-Gäste - Mit Naturpools und Schwimmteichen den Umsatz steigern

Camping in Deutschland wird immer beliebter. Laut statistischem Bundesamt übernachteten 2012 dort 7,5 Millionen Gäste, was einem Plus von 5 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Ein bisschen Luxus darf es dabei gerne sein. Immer mehr Urlauber zieht es auf Campingplätze, die nicht nur Stellmöglichkeiten für Wohnwagen und Wohnmobil anbieten, sondern auch über attraktive Wellnessangebote verfügen. Bademöglichkeiten gehören zum Campingurlaub unbedingt dazu - nicht umsonst sind Plätze in der Nähe von Seen und Badestränden in der warmen Jahreszeit gut besucht. Noch attraktiver wird der Aufenthalt, wenn der Campingplatzbetreiber seinen Gästen ein eigenes Naturerlebnisbad bietet - ohne Chemie, versteht sich. Schließlich steht Natürlichkeit hoch im Kurs.
„Hygienisch einwandfreies Wasser ohne chemische Mittel funktioniert auch bei öffentlichen Badeteichen“, erklärt Wendelin Jehle, Präsident der Deutschen Gesellschaft für naturnahe Badegewässer e.V. (DGfnB). Seit 1999 fördert die Gesellschaft die vollbiologische Wasserreinigung und kümmert sich bundesweit um deren Verbreitung. Mittlerweile hat sich der Verein zu einem Zusammenschluss von mehr als 250 Schwimmteichbauern, Planern, Systemanbietern sowie Badbetreibern und zu einem international anerkannten Beratungsorgan gemausert. Gemeinsam mit der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau (FLL) und der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen e.V. (DGfdB) wurden Regelwerke für private und öffentliche Badeteiche entwickelt, die einwandfreie Wasserqualität und höchste hygienische Standards gewährleisten.
In Deutschland gibt es bereits mehr als 140 öffentliche Natur-Freibäder von Kommunen und Vereinen. Dazu kommen mehr als 500 Natur-Schwimmteiche, die von Hoteliers, Campingplatz- und Saunabetreibern unterhalten werden. Bedenken, ob die biologische Wasseraufbereitung funktioniert, kann Wendelin Jehle zerstreuen: „Natürlich aufbereitetes Wasser nach den gültigen Richtlinien und Empfehlungen der FLL sowie nach dem jetzigem Stand der Technik braucht keine chemischen Mittel. Natürlich und effizienter arbeiten Mikroorganismen, also Kleinstlebewesen, die man mit dem bloßen Auge nicht oder kaum wahrnehmen kann. Sie kommen in jedem natürlichen Gewässer und Ökosystem vor.“ Mittlerweile ist die Technik so ausgereift, dass Naturerlebnis-Bäder auch in Südeuropa, ja sogar in Australien und Südafrika problemlos betrieben werden können.
In einem belebten Wasser herrscht ein Gleichgewicht zwischen Räuber- und Beutetieren, so dass krankheitserregende Keime auf natürliche Weise reduziert werden nach dem Motto: "Nutze die Kraft der Natur". So haben beispielsweise Untersuchungen an der Universität Graz ergeben, dass coliforme Keime in Kleinbadeteichen innerhalb von 24 Stunden um den Faktor 104 reduziert werden.
"Mit den Kenntnissen über die Limnologie, das Wissen über das Ökosystem des Wassers und deren abiotischen und biotischen Prozesse sowie die Umsetzung in ein ökologisches Gleichgewicht durch die fachgerechte Bauart und durch die qualifizierte Ausführung kann bzw. muss auf Chemie verzichtet werden“, versichert Jehle.
Wichtig sind allerdings eine gute Planung und eine fachgerechte Ausführung. Der Schwimmteich als naturnahes, vom Menschen geschaffenes Ökosystem. Kein Teich gleicht dem anderen. Umso wichtiger ist es, einen Fachplaner zu beauftragen. Dieser kann nicht nur bei der Auswahl des richtigen Schwimmteichtyps beraten, sondern kennt sich auch im Umgang mit den Behörden sowie mit den jeweiligen Richtlinien für den Bau, den Betrieb und die Pflege aus.
Freibäder mit biologischer Wasseraufbereitung sind inzwischen ein fester Bestandteil der deutschen Bäderlandschaft.
Seit einigen Jahren ist es möglich, die Wasserqualität in Freibädern mit biologischer Wasseraufbereitung (Schwimm- und Badeteiche) auf der Grundlage des Gütesiegels "Index für die Wasserqualität von Naturfreibädern" einheitlich zu bewerten. Das Gütesiegel IQN wird seit 2011 von der Deutschen Gesellschaft für naturnahe Badegewässer vergeben. Die DGfnB strebt das Gütesiegel IQN als Bestandteil der Qualitätssicherung in möglichst vielen Bädern an um damit ein bundesweit einheitlich gutes Qualitätsniveau in den öffentlichen Schwimmteichen zu etablieren.
Während Hotels den Trend zum Baden in biologisch gereinigtem Wasser schon länger erkannt haben, setzt sich die Idee des Natur-Schwimm- und Badeteichs bei Campingplatzbetreibern erst nach und nach durch. Schon seit mehreren Jahren locken die Campingplätze in Schnaittenbach (Oberpfalz) und Hahn-Lemden (Ammerland) ihre Besucher mit der Aussicht auf ein Naturbad auf den Campingplatz. Seit vergangenem Jahr freuen sich die Gäste des Campingparks Südheide über eine Bademöglichkeit im Naturteich. Und ebenfalls seit 2013 wirbt der Campingplatz in Ivendorf bei Travemünde mit seinem 460 m2 großen Becken, dessen Wasser auf natürliche Weise gefiltert wird.
„Für die Betreiber der Campingplätze ist ein Schwimmteich oder Naturpool ein Plus, mit dem sie werben können“, ist DGfnB-Präsident Wendelin Jehle überzeugt. Vor allem Plätze, die nicht unmittelbarer Nachbarschaft von Seen, Flüssen und Stränden liegen ist ein Naturerlebnisbad eine echte Bereicherung.


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