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Betreibermodelle für Naturerlebnisbäder

Betreiberformen für öffentliche Schwimmteiche

Der Betrieb eines Naturerlebnisbades gehört normalerweise zu den Aufgaben einer Kommune. In Zeiten knapper Haushaltsmittel sieht sich jedoch manch Kämmerer dieser Aufgabe nicht mehr gewachsen. Bevor aber die Bäder für immer ihre Tore schließen, finden sich oft engagierte Gemeindemitglieder, die für ein Überleben ihres Freibades kämpfen. Das ist der Zeitpunkt, bei dem über die zukünftige Betreiberform des Bades diskutiert wird.

Die deutschen Gemeinden sind geprägt von Finanznöten. Die Unterhaltungskosten für soziale Einrichtungen, Straßenbau und Aufrechterhaltung der Infrastruktur steigen, die Einnahmen dagegen sinken. Landflucht und Abwanderung privater Arbeitgeber tun ihr Übriges. Da hilft oft nur die Reduzierung der Kosten und damit stehen die Freibäder schnell auf der schwarzen Liste. Die Umwandlung in ein Naturerlebnisbad scheint da eine gern gesehene Lösung. Doch bis die Betriebskosten wirklich sinken, ist es ein langer Weg.

Denn nur ein Teil der Kosten entsteht durch den Umbau oder die erforderliche Sanierung. Die immer wieder beschworenen, ständig wiederkehrenden Personal- und Unterhaltungskosten sind es, die den Gemeinden den Spaß am Bad verderben. Dabei gibt es Lösungen. Besonders kreativ haben sich die Gemeinden bei der Rettung und anschließenden Kostensenkung ihrer Freibäder gezeigt: die Art und Weise, wie die Bäder betrieben werden, glätten manche Sorgenfalte im Gesicht des Finanzchefs.

Mögliche Betreiberformen

Betrieben können kommunale Schwimmteiche u. a. in folgenden Formen:

  • Vereinslösung: Engagierte Bürger gründen einen Verein und betreiben das Naturbad anschließend in eigener Regie. Gleiches gilt für die Genossenschaftslösung, nur in einer anderen Rechtsform. Im Vordergrund stehen bei beiden Lösungen die vielen Ehrenämtler, die ihre Freizeit für Planung, Bau und Betrieb ihres Bades opfern.
  • Betrieb durch einen privaten Investor, der sowohl von der ersten Planungsfase an die Kosten und das Risiko übernimmt, aber auf die Chance einer guten Verzinsung seines eingesetzten Kapitals hofft.
  • Die klassische Form: Der Betrieb durch die Gemeinde.

Die Vor- und Nachteile der einzelnen Betreiberformen liegen klar auf der Hand. Bei der Vereins- oder Genossenschaftslösung, aber auch beim privaten Investor, verzichtet die Gemeinde auf die regelmäßigen Einnahmen aus dem Badebetrieb, hat aber auch keine Kosten mehr. Häufig stellt sie das Gelände gegen einen symbolischen Betrag dem Verein zur Verfügung, in vielen Fällen unterstützt sie die Vereine sogar finanziell. Meist schließt der Verein einen Nutzungsvertrag mit der Gemeinde ab, um das Gelände nicht kaufen zu müssen. Die Bürger dagegen verpflichten sich, das Bad der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen, die kompletten Kosten für Bau, die Pflege, Wartung und die Aufsicht alleine zu schultern. Ein großer Kostenfaktor ist natürlich die Badeaufsicht, die dann aber in den Händen des Vereins liegt. Wie er sie regelt, obliegt den Verantwortlichen.

Bis es soweit kommt, muss eine Organisation für Kontrolle und Entscheidungen aufgebaut, müssen die Finanzierungs-, Haftungs- und Gewährleistungsfragen sowie die Besitzfragen geklärt werden. Ein langer, oft schwieriger Weg, besonders wenn das Engagement nur auf den Schultern weniger Menschen ruht. Dazu ist die Zusammenarbeit mit Fachplanern und Fachunternehmen empfehlenswert und eine konstruktive Zusammenarbeit mit den politischen Gremien, sowie die Suche nach spendablen Geldgebern.

Der private Investor dagegen trägt Kosten und Risiko auf den eigenen Schultern, aber mit der klaren Zielsetzung, Kapital aus seiner Investition zu erzielen. Die Gemeinde hat oft keinen Einfluss mehr und es besteht das Risiko, dass die Bäder an unrentablen Tagen einfach geschlossen bleiben. Sehr zum Ärger der Ganzjahresschwimmer oder der Schulklassen.

Für den Betrieb durch die Gemeinde spricht sicherlich vieles, aber nur, wenn es gelingt, die laufenden Kosten zu senken.

Ökologisch und ökonomisch?

Naturbäder sind also nicht nur eine ökologische, sondern auch eine ökonomische Möglichkeit, das Freizeitangebot der Gemeinden aufrecht zuerhalten. Sie zeichnen sich durch ein hohes Maß an Eigenverantwortung, große Akzeptanz in der Bevölkerung und einer starken Identifizierung mit dem Naturerlebnisbad aus. Die hier genannten Betreiberformen stellen nur eine kleine Übersicht dar. Selbst innerhalb dieser Varianten gibt es viele Spielarten, die sich am besten im Gespräch mit den Fachplanern oder den Betreibern von Naturbädern klären lassen.

Innerhalb der DGfnB e.V. gibt es einen Arbeitskreis Betreiber der sich um die Mitgliedsbelange kümmert und sich regelmäßig zum Erfahrungsaustausch trifft.

Nutzen auch Sie als Mitglied in der DGfnB diesen Service für Ihre Rechtssicherheit und dem großen Wissen und Infos der Verantwortlichen Referenten innerhalb der DGfnB. Die Fachtagungen, Seminare, Termine und Neuigkeiten werden den Mitgliedern durch Newsletter und über das Intranet mitgeteilt. 

Quellen:

www.rechnungshof-rlp.de/Downloads/Download_Vortrage_und_Aufsatze/31.pdf

www.bundesfinanzministerium.de/nn_4486/DE/Wirtschaft__und__Verwaltung/Finanz__und__Wirtschaftspolitik/Foederale__Finanzbeziehungen/Kommunalfinanz/Finanzsituation__der__Kommunen__2007__anl,templateId=raw,property=publicationFile.pdf

www.bundesfinanzministerium.de/nn_55100/DE/Buergerinnen__und__Buerger/Alltag__und__Ehrenamt/node.html